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iPLAN-Modul Linientaktkarte

 

FBS bietet mit dem Linientaktkarte-Modul eine weitestgehend automatisierte Möglichkeit zum Erstellen von Linientaktkarten. Das Linientaktkarte-Modul in FBS ist eine Komponente des iPLAN-Programmes. Voraussetzung zum Erstellen einer Linientaktkarte sind daher die Bildfahrpläne der einzelnen Strecken und deren Zusammenfassung in einem FBS-Netz.

Nach dem Anlegen einer neuen Linientaktkarte in einem FBS-Netz werden durch das Programm die Knotenbahnhöfe und die vertakteten Linien vorgeschlagen. Der Anwender kann die Vorschläge des Programmes manuell anpassen und verändern. Das Programm orientiert sich bei Auswahl der Linien an den Taktgruppeninformationen der Bildfahrpläne, um vertaktete Züge und deren Taktzeit zu erkennen. Alternativ können, wenn z.B. keine Taktgruppeninformationen in den Bildfahrplänen enthalten sind, manuell Mustertaktzüge angegeben werden. In diesem Falle steht ein einzelner Zug mit seinen Ankunfts- und Abfahrtsminuten symbolisch für eine vertaktete Linie; die Taktzeit ist manuell einzugeben. Mit dieser Vorgehensweise können Linientaktkarten aus einfachen Mustertakt-Bildfahrplänen erstellt werden (Mustertakt-Bildfahrpläne enthalten nur Züge für eine Taktperiode). Die Lage der Taktknoten in der Linientaktkarte wird ebenfalls automatisch durch das Programm vorgeschlagen, sofern im Betriebsstellenverzeichnis geografische Koordinaten enthalten sind (Das mit FBS mitgelieferte Beispiel-Betriebsstellenverzeichnis enthält geografische Koordinaten für die meisten deutschen Bahnhöfe.). Daher brauchen die Bahnhöfe beim Anlegen einer neuen Linientaktkarte nicht manuell positioniert zu werden. FBS-Linientaktkarten können in jeder Hinsicht manuell nachgearbeitet werden; die meisten manuellen Einstellmöglichkeiten werden jedoch in der Regel nicht benötigt. Die regulären Nacharbeiten beschränken sich auf ein Korrigieren der Linien zwischen den Knoten - durch Einfügen oder Verschieben sogenannter Stützpunkte - zum Zwecke des Vermeidens von Überschneidungen sowie auf das Beschriften z.B. mit individuellen Informationen und Überschriften.

Linientaktkarten können auf allen unter Microsoft® Windows© konfigurierten Druckern und Plottern in allen Formaten ab DIN A4 aufwärts ausgegeben werden. FBS bietet eine Druckvorschau, eine Druckausgabe ("Umleitung") in verschiedene Grafikformate und eine eigenständige Erstellung von PDF-Dateien (Portable Document Format, PostScript® Page Description Language).

Linientaktkarte-Hintergründe
Die Linientaktkarte hat sich im Zusammenhang mit der Einführung von Taktfahrplänen und Liniensystemen bei der Bahn als diesbezüglich adäquates, grafisches Informationsmedium herausgebildet. Sie realisiert durch ihren visuellen Charakter eine übersichtlich-transparente und einheitliche Darstellung von räumlichem, zeitlichem und qualitativem Fahrtenangebot; nicht nur auf der einzelnen Strecke, sondern netzweit – "auf einen Blick". Die Linientaktkarte verbindet die klassische Liniennetzkarte mit wesentlichen Fahrplaninformationen; d.h. es handelt sich um die Kombination aus Liniennetz(übersichts)karte und Taktfahrplan.

Im Einzelnen sind unmittelbar (mindestens) folgende Informationen enthalten:

  • räumliches Angebot: Liniennetz und Linienführungen, Knotenbahnhöfe, bediente Zugangsstellen je Linie
  • zeitliches Angebot: Taktfrequenz je Linie sowie streckenbezogene Angebotsdichte durch Überlagerung, Ankunfts- und Abfahrtszeiten der vertakteten Linien in Knoten- und wichtigen Zwischenbahnhöfen
  • qualitatives Angebot: linienbezogen Fern- bzw. Nahverkehrsangebot, einzelne Produkte bzw. Zuggattungen, ggf. EVU, Anzahl Umsteigevorgänge je Relation

Im Falle des Integralen Taktfahrplanes werden mit Hilfe der Linientaktkarte die ITF-Knoten als systematische Umsteigepunkte leichter identifiziert als in anderen Fahrplanmedien. Ein entscheidender Vorzug der Linientaktkarte besteht darin, dass sie ein denkbar einfaches, netzweites Ermitteln strecken- und linienübergreifender Fahr- bzw. Reisezeiten einschließlich eventueller Umsteigevorgänge und -zeiten ermöglicht. So entfällt das umständliche Blättern zwischen den Kursbuchstrecken im Tabellenfahrplan oder das unübersichtliche Kombinieren unterschiedlicher Bildfahrpläne, um für eine bestimmte Quelle-Ziel-Relation – über mehrere Strecken hinweg – die (zeit)günstigste Route zu bestimmen. Nicht dargestellt werden in der Linientaktkarte aus Übersichtsgründen i.d.R. die Fahrzeiten sämtlicher ggf. vorhandener außertaktiger Züge oder bestimmte zugspezifische Verkehrtageregelungen, sowie die Ankunfts- und Abfahrtszeiten an untergeordneten Zugangsstellen. Diese Informationen sind den klassischen Fahrplanunterlagen zu entnehmen.

Die Linientaktkarte trägt in erster Linie Auskunfts- und Präsentationscharakter im Zusammenhang mit Taktfahrplänen, sie ist nicht unmittelbar zur Fahrplankonstruktion geeignet. Ihr zweckspezifischer, auf die Netzwirkung orientierter Charakter integriert keine präzisen Infrastrukturdaten oder einzelne Streckenattribute (wie der klassische, grafische Fahrplan); sie ersetzt also weder den Bild- noch den Tabellenfahrplan vollständig. Jedoch ergänzt sie beide Darstellungsformen in sehr vorteilhafter Weise hinsichtlich der schnellen, raumbezogenen und transparenten Visualisierung der Fahrplanungsergebnisse, insbesondere bezüglich Linienführung, Vertaktung und Anschlussgestaltung. Die Linientaktkarte ist bei der Planung von (inzwischen weit verbreiteten) vertakteten und koordinierten Netzen – vor allem mit Bezug auf Integrale Taktfahrpläne – zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel geworden.


Bildschirmfoto Linientaktkarte, Druckdarstellung

 


Bildschirmfoto Linientaktkarte, Knotendarstellung (Ausschnitt)



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